Hamburgische Landesbank mit zufriedenstellendem Ergebnis 2002
- Operative Erträge gesteigert
- Risikovorsorge erhöht
Hamburg, 7. April 2003 - Die Hamburgische Landesbank hat das Geschäftsjahr 2002 in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen. Die Bilanzsumme blieb mit 87,2 Mrd € nahezu unverändert (-0,3 vH), während das Kreditvolumen um 5,1 vH auf 103,7 Mrd € wuchs. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung stieg um über 10 vH auf 610 Mio €, und der Jahresüberschuß erhöhte sich um 15 vH auf 115 Mio €.
"Die Hamburgische Landesbank ist in diesem sehr schwierigen Bankenjahr 2002 glimpflich davongekommen", sagte Alexander Stuhlmann, Vorstandsvorsitzender der Hamburgischen Landesbank anläßlich der heutigen Bilanzpressekonferenz in Hamburg. "Aufgrund unserer guten Verankerung in der Region und unserer bewährten Geschäftsstrategie konnten wir unser Ergebnis trotz der problematischen Marktlage einmal mehr steigern."
Operative Erträge legen zu
Die operativen Erträge nahmen im Geschäftsjahr 2002 um 11,3 vH auf 944 Mio € zu. Gespeist wurde dieser Zuwachs aus einem dynamischen Anstieg des Zinsüberschusses, der um 21,6 vH auf 816 Mio € zulegte. Das lag vor allem am Wachstum des zinstragenden Geschäfts sowie an höheren Margen aus dem Neugeschäft, aber auch an höheren Ausschüttungen der Beteiligungsunternehmen.
Das Provisionsergebnis blieb um 6 Mio € oder 6,5 vH etwas hinter dem sehr guten Vorjahresergebnis zurück; es erreichte 87 Mio €. Bereinigt um die Erträge aus der Wertpapierabwicklung, die seit dem 1. Juli 2002 nicht mehr bei der Hamburgischen Landesbank sondern bei ihrer Tochter PLUS BANK AG anfallen, konnte das Niveau des Vorjahres knapp gehalten werden. Dabei haben Einnahmen aus dem sonstigen Dienstleistungsgeschäft die rückläufigen Erträge aus dem schwachen Wertpapiergeschäft fast vollständig kompensiert. Das Handelsergebnis konnte um 22,2 vH auf 22 Mio € gesteigert werden. Das sonstige betriebliche Ergebnis war im Jahr 2002 mit 19 Mio € - vor dem Hintergrund der Beeinflussung durch steuerliche Sondereffekte im Vorjahr und Aufwendungen im Rahmen der Vorbereitung auf die Fusion mit der LB Kiel in Höhe von 42,9 Mio € - erfreulich.
Cost-Income-Ratio von 35,4 vH nahezu konstant
Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um 12,8 vH auf 334 Mio €. Auf den Sachaufwand entfielen davon 167 Mio €, ein Plus von 15,2 vH. Der Grund lag in erster Linie in gestiegenen Aufwendungen für DV-Beratung sowie für sonstige Beratungsleistungen. Der Personalaufwand nahm um 10,6 vH zu auf ebenfalls 167 Mio €. Verantwortlich dafür waren gestiegene Gehälter und Sozialabgaben sowie erhöhte Aufwendungen für die Altersversorgung. Zum Jahresultimo waren 2.187 Mitarbeiter in der Bank beschäftigt, das entspricht einem Rückgang um 6 vH. Dieser Rückgang beinhaltet allerdings die Ausgliederung von rund 270 Mitarbeitern in die PLUS BANK AG. Um diesen Effekt bereinigt hätte die Bank ihren Personalstamm erneut um 6 vH erweitert. Als Cost-Income Ratio errechnet sich damit ein nach wie vor sehr guter Wert von 35,4 vH (2001: 34,9 vH), der nahezu auf dem Niveau des Vorjahrs gehalten wurde.
Risikovorsorge und Bewertung stark gestiegen
Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung nahm um 10,5 vH auf 610 Mio € zu. "Gemessen an den unwirtlichen Rahmenbedingungen können wir mit diesem Ergebnis durchaus zufrieden sein", sagte Stuhlmann. "Allerdings hat das Konjunkturgeschehen auch bei uns deutliche Spuren bei der Risikovorsorge hinterlassen." Die Position Risikovorsorge und Bewertung betrug 295 Mio € (2001: 280 Mio €). Hier kam es sowohl im Kreditgeschäft mit 235 Mio € (2001: 110 Mio €) als auch im Wertpapierergebnis mit 225 Mio € (2001: 55 Mio €) zu erheblich erhöhten Zuführungen. Profitiert hat die Hamburgische Landesbank von Verkäufen von Beteiligungen, bei denen stille Reserven in Höhe von 219 Mio € steuerfrei gehoben werden konnten. Dazu zählten der Verkauf der Deka-Anteile und deren Einbringung in eine neue Gesellschaft sowie die Bündelung von Immobilienfondsaktivitäten in der HGA Hamburgische Grundbesitz Beteiligung AG. Schließlich wurde auch im Geschäftsjahr 2002 wieder Kapital in Form von Vorsorgereserven in Höhe von 50 Mio Euro (2001: 57 Mio Euro) gebildet.
Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit liegt mit 315 Mio € um 43 Mio € (+15,8 vH) über dem Vorjahreswert. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern in Höhe von 60 Mio € (+22,4 vH) und der Teilgewinnabführungen im Umfang von 140 Mio € (2001: 123 Mio €) erreichte der Jahresüberschuß 115 Mio € (2001: 100 Mio €).
Eigenkapitalbasis erneut gestärkt
Aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 111 Mio € werden 70 Mio € in die Gewinnrücklagen eingestellt. Damit verfügt die Bank über ein haftendes Eigenkapital in Höhe von 5.521,1 Mio €. Das aufsichtsrechtliche Kernkapital betrug 3.147,9 Mio €, das entspricht einer Kernkapitalquote von 6,3 vH (2001: 5,5 vH).
Bilanzsumme konstant
Die Bilanzsumme blieb mit 87,2 Mrd € nahezu unverändert (-0,3 vH). Das Kreditvolumen wuchs um 5,1 vH auf 103,7 Mrd €. Hauptträger des planmäßigen Wachstums waren die Schiffsfinanzierungen, die Immobilienfinanzierungen und die Flugzeugfinanzierungen. In einem schwierigen Marktumfeld lag das Kreditvolumen bei den Immobilienfinanzierungen mit 13,1 Mrd € um 9,1 vH höher als im Vorjahr. In der norddeutschen Kernregion und im Großraum Berlin wurden etwa 70 vH des inländischen Kreditgeschäfts abgeschlossen, darunter bedeutende Hamburger Stadtentwicklungsprojekte wie die Color Line Arena. Der Bestand an internationalen Immobilienfinanzierungen wuchs planmäßig auf 2,9 Mrd €.
Die Marktstellung der Hamburgischen Landesbank als weltweit bedeutender Schiffsfinanzierer konnte im Berichtszeitraum weiter gefestigt werden. Das Kreditvolumen stieg trotz der ungünstigen Marktbedingungen deutlich. In der Bilanz erhöhte es sich zwar nur um 4,1 vH auf 11,5 Mrd €. Bereinigt um die wechselkursbedingten Bestandsrückgänge in Höhe von rund 1,5 Mrd €, die aus der Dollar-Abschwächung resultierten, errechnet sich allerdings eine Zunahme um 18 vH.
Ein weiterer Wachstumsträger war das Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen. Das Kreditvolumen erhöhte sich um 15,4 vH auf rund 2,8 Mrd €. Zu dieser Geschäftsausweitung trug auch der Erwerb eines ausgewählten Flugzeugportfolios in Höhe von 470 Mio € von einem Mitbewerber bei. Moderat entwikkelte sich das Geschäftsfeld Leasingfinanzierungen, dessen Finanzierungsbestand gegen den Markttrend um 1,6 vH auf 3,9 Mrd € stieg. Im Firmenkundengeschäft konnte der Kreditbestand trotz des sehr schwierigen Marktumfeldes bei 6,6 Mrd € mit leicht verbesserten Margen gehalten werden.
Im nicht-kundenbezogenen Geschäftsfeld Credit-Investments wurde der Bestand auf 20,7 Mrd € zurückgeführt, ein Minus von 13,7 vH, da fällige Positionen nicht immer zu risikoadäquaten Margen ersetzt werden konnten.
Für die Fusion gerüstet
"Insgesamt haben wir mit diesem soliden Ergebnis eine gute Basis geschaffen für die gemeinsame Zukunft mit der LB Kiel", blickte Stuhlmann in die Zukunft. "Die Fusion ist auf einem guten Weg, wir liegen im Zeitplan und gehen davon aus, den angepeilten Starttermin 1. Juni 2003 einhalten zu können", sagte Stuhlmann.
Kennzahlen der Hamburgischen Landesbank
| Hamburgische Landesbank (in Mio Euro) | 2002 | 2001 | Veränderung geg. Vorjahr in vH | |
|---|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 87.228 | 87.503 | - 0,3 | |
| Geschäftsvolumen | 108.519 | 103.650 | + 4,7 | |
| Kreditvolumen | 103.685 | 98.548 | + 5,1 | |
| Haftendes Eigenkapital | 5.521 | 5.115 | + 7,9 | |
| Zinsüberschuß | 816 | 671 | + 21,6 | |
| Provisionsüberschuß | 87 | 93 | - 6,5 | |
| Nettoertrag aus Finanzgeschäften | 22 | 18 | + 22,2 | |
| Verwaltungsaufwendungen | 334 | 296 | + 12,8 | |
| darunter Personalaufwand | 167 | 151 | + 10,6 | |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | 19 | 66 | - 71,2 | |
| Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung | 610 | 552 | + 10,5 | |
| Risikovorsorge und Bewertung | 295 | 280 | +5,4 | |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 315 | 272 | + 15,8 | |
| Jahresüberschuß* | 115 | 100 | + 15,0 | |
| Bilanzgewinn* | 111 | 70 | + 58,6 | |
| Zahl der Mitarbeiter | 2.187** | 2.318 | - 6,0 | |
** Nach Ausgliederung der PLUS BANK AG zum 1. Juli 2002
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