Kunststiftung HSH Nordbank

Kunstprogramm des Jahres 2008:
Für das Jahr 2008 hat der Kurator der Kunststiftung, Daniel Karasek, Generalintendant des Theaters in Kiel das Nachwuchsfestival "Feuertaufe – Neue Orte. Neue Stücke." konzipiert. Es findet statt vom
30. Mai – 7. Juni 2008:
theaterKiel in Zusammenarbeit mit:
- der Theaterakademie Hamburg
- der Musikhochschule Lübeck
- dem Ernst-Barlach-Gymnasium Kiel
- der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (Abteilung Tanz)
- der Palucca Hochschule Dresden
- der Schauspielschule Kiel / dem Schauspielstudio Frese in Hamburg
- der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Bühnenbildklasse, Prof. Raimund Bauer
Feuertaufe ist Nachwuchstheaterfestival, das vom Theater Kiel inhaltlich erarbeitet wurde und organisatorisch betreut wird. Feuertaufe präsentiert neun Produktionen aus allen Sparten des Theaters Kiel an verschiedenen Orten innerhalb der Stadt.
Es ist dabei in erster Linie ein Forum für junge TheatermacherInnen: Die Stücke werden von RegiestudentInnen inszeniert, die Räume von BühnenbildstudentInnen gestaltet. Neben Mitgliedern der Ensemble und des Orchesters des Theaters Kiel werden vor allem junge Nachwuchskünstler aus Hamburg, Lübeck, Berlin, Dresden und Kiel zum Einsatz kommen. Das Festival bietet Raum für neue künstlerische Ausdrucksformen. Theater wird an theaterfremden Orten präsentiert, die Zuschauer mit innovativen Ästhetiken konfrontiert. Damit trägt Feuertaufe das Theater in die ganze Stadt.
Die Produktionen werden in einem Zeitraum von zwei Wochen erarbeitet. Es wird dabei bewusst auf den Charakter einer Werkstattinszenierung gesetzt.
Die Vorstellungen werden so disponiert, dass es für die Zuschauer möglich ist, innerhalb des Festivals alle Produktionen einmal zu besuchen.
La figlia del mago
Eine Kinderoper „La figlia del mago” („Die Tochter des Zauberers”) von Lorenzo Ferrero (geb. 1951). Das 1981 in Montepulciano uraufgeführte Stück wird in italienischer Sprache aufgeführt, wobei die Handlung durch einen Erzähler verständlich gemacht werden wird.
Ort: Fischmarkt Halle, Wellingdorf, nähe Schwentine
Songs, Drones and Refrains of Death
Als Klassiker der Avantgarde darf das kammermusikalische Stück des amerikanischen Komponisten George Crumb (geb. 1929) gelten: „Songs, Drones and Refrains of Death“ für Bariton, elektronische Instrumente und Schlagzeug auf Gedichte von Federico García Lorca.
Ort: Bar, Hotel MARITIM
Fragmente
Zeitgenössische Avantgarde artikuliert sich in dem spartenübergreifenden „Fragmente“-Projekt, das eine zeitgenössische Komposition mit klassischem Instrumentarium elektronischen Klangexperimenten aus dem Bereich der Multimedialen Komposition gegenüberstellen wird. Außerdem werden zwei Choreografinnen die Transformation vom Ton zur Bewegung erarbeiten.
Ort: Bunker am Hindenburgufer
Thomas Freyer – Separatisten
Eine Plattenbausiedlung irgendwo in Deutschland. Viele Häuser stehen leer, das Viertel soll endgültig „abgewickelt“ werden. Doch als die Abrissmaschinen anrollen, organisieren sich die verbliebenen Bewohner im bewaffneten Widerstand.
Ort: Palette 6, Bergenring, Kiel-Mettenhof
Feridun Zaimoglu / Günter Senkel – Schwarze Jungfrauen
Monologe muslimischer Frauen. Eine Jurastudentin, die Osama bin Laden verehrt und von der islamischen Renaissance träumt, eine andere, die nach einer Affäre mit dem Nachbarn von zu Hause abgehauen ist, eine weitere, zum Islam konvertierte Christin, die nichts von Ausländern hält.
Ort: Diskothek „Weltruf“, Lange Reihe, Kiel
Durringer, Xavier – Die Ausgegrenzten
Durringers Stück ist eine Art Manifest, das die unhaltbare Situation aller fremdstämmigen Franzosen anprangert. Zerrissen zwischen Liebe und Revolte, fordern hier die Figuren des Stückes, eine Existenz in einer menschenfreundlicheren und toleranteren Gesellschaft ein.
Ort: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für anorganische Chemie, Otto Hahn Platz.
Harris, Zinnie – Mittwinter
Das Niemandsland einer vom Krieg zerstörten Stadt. Winter. Am Himmel eine rotglühende Sonne. Oder doch der Mond? Eine Frau zerrt den Kadaver eines Pferdes hinter sich her. Es gibt kaum noch Essen. Ein alter Mann kommt, begleitet von einem kleinen Jungen. Beide haben Hunger. Die Frau tauscht das Pferd gegen das Kind, ihr eigenes ist gestorben. In jedem hat dieser Krieg tiefe Spuren hinterlassen, und schon hat ein neuer angefangen – einer, der größer als der vorherige sein wird und der Menschen nicht mehr braucht.
Ort: Alte Gießerei, Grasweg, Kiel
Murat Kurnaz – Fünf Jahre meines Lebens (Uraufführung)
2001 reist der 19jährige Murat Kurnaz, in Bremen geboren und aufgewachsen, nach Pakistan, um eine Koranschule zu besuchen. Er ahnt nicht, welches Martyrium ihn erwartet – und dass er seine Familie viereinhalb Jahre nicht wiedersehen wird. Murat Kurnaz muss mehr als 1600 Tage die Hölle von Guantanamo ertragen: Verhöre, Folter, Isolationshaft, Käfighaltung, viereinhalb Jahre fast ohne Schlaf.
Ort: Flughafen Holtenau
Jörg Menke-Peitzmeyer – Steht auf, wenn ihr Schalker seidChrissi ist Schalke-Fan durch und durch. Das Schalke-Trikot ist ihre zweite Haut und sie lebt für das nächste Spiel am Samstag. Nur im Stadion findet sie Geborgenheit und Zuneigung und nur in der Gemeinschaft lebt sie auf. Ein Stück über die große Leidenschaft Fußball, über ein Leben in Rausch von Spiel zu Spiel, dessen Kehrseite Kontaktarmut und innere Leere ist.
Ort: Räucherei, Kiel-Gaarden



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